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Einleitung: Warum Automatikuhren manchmal vorgehen
Automatikuhren sind wahre Meisterwerke der Mechanik, doch ihre Präzision ist nicht unfehlbar. Wenn Ihre Uhr plötzlich vorgeht, kann das irritierend sein, aber es steckt oft keine größere Katastrophe dahinter. Vielmehr handelt es sich um eine Kombination aus physikalischen Einflüssen und der Natur des mechanischen Uhrwerks. Kleine Abweichungen sind Teil des Charmes dieser Zeitmesser, doch manchmal überschreiten sie die akzeptablen Grenzen. Genau hier stellt sich die Frage: Was bringt eine Automatikuhr dazu, schneller zu laufen, als sie sollte? Die Antwort darauf ist ebenso faszinierend wie vielfältig.
Wie viel Gangabweichung ist normal?
Die Gangabweichung einer Automatikuhr ist ein Thema, das viele Uhrenliebhaber beschäftigt. Doch wie viel Abweichung ist eigentlich „normal“? Mechanische Uhren, insbesondere Automatikuhren, haben von Natur aus eine gewisse Toleranz. Eine Abweichung von etwa ±5 bis ±10 Sekunden pro Tag wird in der Regel als akzeptabel angesehen, wobei dies stark von der Qualität und Zertifizierung der Uhr abhängt.
Hochwertige Modelle, die beispielsweise eine COSC-Zertifizierung besitzen, dürfen nur eine Abweichung von −4 bis ±6 Sekunden pro Tag aufweisen. Andere Uhren, die nicht speziell reguliert sind, können jedoch etwas größere Schwankungen zeigen. Es ist wichtig zu verstehen, dass diese Werte nicht als Defekt gelten, sondern vielmehr als Teil der Funktionsweise mechanischer Uhrwerke.
Interessant ist auch, dass die Ganggenauigkeit durch verschiedene Faktoren beeinflusst wird, wie etwa die Tragegewohnheiten, die Position der Uhr in der Nacht oder sogar die Umgebungstemperatur. Wer also eine absolut präzise Zeitmessung erwartet, sollte vielleicht eher zu einer Quarzuhr greifen. Für Liebhaber mechanischer Uhren jedoch gehört diese minimale Abweichung einfach dazu – sie macht die Uhr einzigartig.
Ursachen, Auswirkungen und Lösungen für Gangabweichungen bei Automatikuhren
Ursache | Auswirkungen | Lösung |
---|---|---|
Magnetisierung | Die Uhr läuft deutlich schneller (mehrere Minuten pro Tag) | Entmagnetisierung mit einem Entmagnetisierungsgerät |
Mechanische Stöße | Unregelmäßige Gangabweichung, u. a. Vorspringen | Vermeidung von Stößen und, falls notwendig, Wartung |
Abgenutzte Bauteile | Beschleunigter Gang, inkonsistente Abweichungen | Regelmäßige Wartung und Erneuerung von Bauteilen |
Temperaturschwankungen | Ganggenauigkeit wird negativ beeinflusst | Uhr bei moderaten Temperaturen aufbewahren |
Eingetrocknete Schmierstoffe | Erhöhter Widerstand führt zu Abweichungen | Revision durch einen Uhrmacher |
Unzureichende Tragegewohnheiten | Gangreserve reicht nicht aus für konstante Präzision | Regelmäßiges Tragen oder Nutzung eines Uhrenbewegers |
Einlaufphase bei neuen Uhren | Kurzfristige Gangabweichungen | Geduld – nach einigen Wochen wird die Uhr reguliert |
Magnetisierung: Der unsichtbare Feind Ihrer Uhr
Magnetfelder sind einer der häufigsten Gründe, warum Automatikuhren plötzlich vorgehen. Das Problem? Sie sind unsichtbar und allgegenwärtig. Geräte wie Smartphones, Tablets, Lautsprecher oder sogar Handtaschenverschlüsse können starke Magnetfelder erzeugen, die das empfindliche Uhrwerk beeinflussen. Besonders anfällig ist die Spiralfeder, das Herzstück der Gangregulierung. Wird sie magnetisiert, kann sie sich nicht mehr korrekt ausdehnen und zusammenziehen, was dazu führt, dass die Uhr schneller läuft.
Ein weiteres Problem: Viele Menschen bemerken die Magnetisierung ihrer Uhr erst, wenn die Abweichung bereits erheblich ist. Doch wie erkennt man, ob Magnetfelder die Ursache sind? Ein typisches Anzeichen ist eine plötzliche und deutliche Gangabweichung, oft im Bereich von Minuten pro Tag. Das Gute daran: Eine magnetisierte Uhr ist kein Totalschaden. Mit einem Entmagnetisierungsgerät, das viele Uhrmacher oder Fachgeschäfte besitzen, lässt sich das Problem in wenigen Minuten beheben.
Um Ihre Uhr vor Magnetisierung zu schützen, sollten Sie sie möglichst fern von starken Magnetfeldern aufbewahren. Moderne Uhren mit antimagnetischen Materialien, wie Silizium-Spiralen, bieten zusätzlichen Schutz, doch auch sie sind nicht vollständig immun. Ein wenig Vorsicht im Alltag kann hier also eine Menge Ärger ersparen.
Mechanische Ursachen: Stöße, Abnutzung und Einfahrzeit
Mechanische Uhren sind kleine Wunderwerke der Präzision, aber sie sind auch empfindlich gegenüber äußeren Einflüssen. Stöße und Erschütterungen gehören zu den häufigsten mechanischen Ursachen, die dazu führen können, dass eine Automatikuhr vorgeht. Ein harter Aufprall – sei es durch einen Sturz oder eine unachtsame Bewegung – kann das filigrane Uhrwerk aus dem Gleichgewicht bringen. Besonders betroffen sind dabei die Unruh und die Spiralfeder, die für die Ganggenauigkeit entscheidend sind.
Ein weiterer Faktor ist die Abnutzung. Auch wenn Automatikuhren robust wirken, unterliegen ihre beweglichen Teile einem natürlichen Verschleiß. Fehlt es an regelmäßiger Wartung, können abgenutzte Komponenten den Gang der Uhr beschleunigen. Alte oder eingetrocknete Öle führen zudem zu erhöhtem Widerstand im Uhrwerk, was die Präzision beeinträchtigt.
Bei neuen Automatikuhren kommt noch ein anderer Aspekt ins Spiel: die sogenannte Einfahrzeit. Frisch aus der Produktion benötigen die mechanischen Teile oft einige Wochen, um sich optimal aufeinander einzuspielen. Während dieser Phase sind leichte Gangabweichungen – sowohl nach vorne als auch nach hinten – völlig normal. Nach der Einfahrzeit lässt sich die Uhr in der Regel genauer regulieren, um eine bessere Präzision zu erreichen.
Zusammengefasst gilt: Stöße vermeiden, regelmäßige Wartung einplanen und bei neuen Uhren etwas Geduld mitbringen. So bleibt Ihre Automatikuhr langfristig ein zuverlässiger Begleiter.
Wie äußert sich ein Defekt im Uhrwerk?
Ein Defekt im Uhrwerk kann sich auf verschiedene Arten bemerkbar machen, und eine davon ist, dass die Uhr plötzlich deutlich vorgeht. Doch wie unterscheidet man eine normale Gangabweichung von einem tatsächlichen Defekt? Oft sind die Symptome subtil, aber mit etwas Aufmerksamkeit lassen sie sich erkennen.
- Plötzliche und extreme Abweichungen: Wenn Ihre Automatikuhr nicht nur Sekunden, sondern Minuten oder sogar Stunden pro Tag vorgeht, deutet dies auf ein ernsthaftes Problem hin. Dies könnte auf eine beschädigte Unruh oder Spiralfeder hindeuten.
- Unregelmäßiges Gangverhalten: Ein Defekt zeigt sich oft durch inkonsistente Abweichungen. Die Uhr läuft an einem Tag schneller, am nächsten langsamer – ein Zeichen dafür, dass etwas im Uhrwerk nicht mehr richtig funktioniert.
- Ungewöhnliche Geräusche: Ein leises Klackern oder Schleifen, das vorher nicht zu hören war, kann auf ein Problem mit Zahnrädern oder Lagern hinweisen.
- Komplikationen funktionieren nicht korrekt: Bei Uhren mit zusätzlichen Funktionen wie einer Datumsanzeige oder einem Chronographen können Defekte dazu führen, dass diese nicht mehr richtig arbeiten.
Ein Defekt entsteht oft durch Verschleiß, mangelnde Wartung oder äußere Einflüsse wie Stöße. Wenn Sie eines der oben genannten Anzeichen bemerken, ist es ratsam, die Uhr von einem Fachmann überprüfen zu lassen. Eine frühzeitige Diagnose kann größere Schäden verhindern und die Lebensdauer Ihrer Uhr erheblich verlängern.
Wann ist eine professionelle Wartung notwendig?
Eine professionelle Wartung ist für Automatikuhren unerlässlich, um ihre Funktion und Präzision langfristig zu erhalten. Doch wann ist der richtige Zeitpunkt, die Uhr in die Hände eines Fachmanns zu geben? Es gibt einige klare Anzeichen und Richtlinien, die Ihnen dabei helfen, den Wartungsbedarf Ihrer Uhr zu erkennen.
- Regelmäßige Intervalle: Experten empfehlen, eine Automatikuhr alle 5 bis 8 Jahre warten zu lassen, auch wenn sie scheinbar einwandfrei läuft. Dies verhindert, dass sich alte Öle verfestigen oder Bauteile unnötig verschleißen.
- Deutliche Gangabweichungen: Wenn Ihre Uhr plötzlich mehr als ±10 Sekunden pro Tag abweicht und keine äußeren Ursachen wie Magnetisierung vorliegen, ist eine Wartung dringend ratsam.
- Mechanische Auffälligkeiten: Spüren Sie beim Aufziehen oder Einstellen des Uhrwerks einen ungewöhnlichen Widerstand oder hören Sie seltsame Geräusche, deutet dies auf ein Problem hin, das eine professionelle Überprüfung erfordert.
- Wasserdichtigkeit: Uhren, die regelmäßig Wasser ausgesetzt sind, sollten spätestens alle 2 bis 3 Jahre auf ihre Dichtungen geprüft werden, um Schäden durch Feuchtigkeit zu vermeiden.
Eine professionelle Wartung umfasst in der Regel die vollständige Demontage des Uhrwerks, die Reinigung aller Teile, den Austausch von Verschleißteilen und das erneute Schmieren mit Spezialölen. Danach wird die Uhr präzise reguliert, um ihre Ganggenauigkeit wiederherzustellen. Auch wenn dies mit Kosten verbunden ist, lohnt sich die Investition, um die Lebensdauer und den Wert Ihrer Automatikuhr zu sichern.
Tipps zur Vermeidung von Gangabweichungen
Gangabweichungen bei Automatikuhren lassen sich nicht vollständig vermeiden, aber mit ein paar einfachen Maßnahmen können Sie die Präzision Ihrer Uhr deutlich verbessern und größere Abweichungen verhindern. Hier sind einige praktische Tipps, die Ihnen helfen, Ihre Uhr optimal zu pflegen:
- Richtige Lagerung: Legen Sie Ihre Uhr nachts in unterschiedlichen Positionen ab (z. B. Zifferblatt nach oben oder Krone nach unten). Manche Uhren kompensieren so kleine Abweichungen, da die Lage die Ganggenauigkeit beeinflussen kann.
- Regelmäßiges Tragen: Automatikuhren sind darauf ausgelegt, durch Bewegung angetrieben zu werden. Tragen Sie Ihre Uhr regelmäßig oder nutzen Sie einen Uhrenbeweger, um das Uhrwerk in Bewegung zu halten.
- Extreme Temperaturen vermeiden: Große Hitze oder Kälte kann die Schmierstoffe im Uhrwerk beeinträchtigen und die Ganggenauigkeit negativ beeinflussen. Lagern Sie Ihre Uhr daher bei moderaten Temperaturen.
- Stöße und Erschütterungen: Vermeiden Sie es, Ihre Uhr bei Aktivitäten zu tragen, die starke Stöße verursachen könnten, wie Sportarten oder handwerkliche Arbeiten. Mechanische Uhren sind empfindlich und können durch Erschütterungen Schaden nehmen.
- Regelmäßige Wartung: Auch wenn die Uhr einwandfrei läuft, sollten Sie die empfohlenen Wartungsintervalle einhalten. Frische Öle und gereinigte Bauteile sorgen für eine gleichmäßige Funktion.
- Magnetfelder meiden: Halten Sie Ihre Uhr von Geräten wie Lautsprechern, Handys oder Magnetverschlüssen fern, um eine Magnetisierung zu verhindern, die die Ganggenauigkeit beeinträchtigen könnte.
Mit diesen Tipps bleibt Ihre Automatikuhr nicht nur präziser, sondern auch länger in einem optimalen Zustand. Kleine Gewohnheiten im Alltag können einen großen Unterschied machen und die Freude an Ihrem Zeitmesser erheblich steigern.
Magnetisierte Uhren selbst entmagnetisieren: Wie geht das?
Eine magnetisierte Automatikuhr kann ihre Ganggenauigkeit erheblich verlieren, doch das Problem lässt sich oft schnell und unkompliziert beheben – sogar zu Hause. Mit einem sogenannten Entmagnetisierungsgerät, das online oder im Fachhandel erhältlich ist, können Sie Ihre Uhr selbst entmagnetisieren. Diese Geräte sind einfach zu bedienen und eine lohnende Investition, wenn Sie mehrere mechanische Uhren besitzen.
So funktioniert die Entmagnetisierung:
- Vorbereitung: Legen Sie die Uhr flach auf das Entmagnetisierungsgerät oder halten Sie sie knapp darüber, je nach Modell. Stellen Sie sicher, dass sich keine anderen metallischen oder elektronischen Gegenstände in der Nähe befinden.
- Aktivierung: Schalten Sie das Gerät ein. Es erzeugt ein schwaches, wechselndes Magnetfeld, das die magnetisierten Teile Ihrer Uhr neutralisiert.
- Langsames Entfernen: Ziehen Sie die Uhr langsam und gleichmäßig aus dem Wirkungsbereich des Geräts heraus. Dieser Schritt ist wichtig, da eine abrupte Bewegung den Entmagnetisierungseffekt beeinträchtigen könnte.
- Testen: Überprüfen Sie nach dem Vorgang die Ganggenauigkeit Ihrer Uhr. In den meisten Fällen sollte die Abweichung deutlich reduziert oder vollständig behoben sein.
Falls die Uhr nach der Entmagnetisierung weiterhin ungenau läuft, könnte ein tieferliegendes Problem im Uhrwerk vorliegen, das eine professionelle Wartung erfordert. Dennoch ist die Entmagnetisierung ein einfacher erster Schritt, der oft bereits ausreicht, um Ihre Uhr wieder in den richtigen Takt zu bringen.
Ein kleiner Tipp: Bewahren Sie das Entmagnetisierungsgerät griffbereit auf, insbesondere wenn Sie häufig mit elektronischen Geräten oder magnetischen Gegenständen in Kontakt kommen. So können Sie schnell reagieren, falls Ihre Uhr erneut magnetisiert wird.
Regulierung durch den Uhrmacher: Was passiert dabei?
Wenn Ihre Automatikuhr dauerhaft zu schnell läuft und einfache Maßnahmen wie die Entmagnetisierung oder das Anpassen der Tragegewohnheiten nicht helfen, ist eine professionelle Regulierung durch einen Uhrmacher der nächste Schritt. Doch was genau passiert bei diesem Eingriff?
Die Regulierung ist ein präziser Prozess, bei dem der Uhrmacher das Uhrwerk feinjustiert, um die Ganggenauigkeit zu verbessern. Dabei werden folgende Schritte durchgeführt:
- Analyse der Gangabweichung: Zunächst wird die Uhr mit einem speziellen Zeitwaagen-Messgerät überprüft. Dieses Gerät misst die Abweichung in Sekunden pro Tag und zeigt, ob die Uhr zu schnell oder zu langsam läuft. Auch Unregelmäßigkeiten im Takt können so erkannt werden.
- Justierung der Unruh: Die Unruh ist das Herzstück der Uhr und steuert die Ganggenauigkeit. Der Uhrmacher passt die sogenannte Rückerzeigerstellung an, um die Schwingfrequenz der Unruh zu verändern. Eine minimale Verschiebung kann bereits eine deutliche Verbesserung bewirken.
- Feinabstimmung: Manche Uhren verfügen über Mikrometer-Schrauben oder spezielle Reguliersysteme, die eine noch präzisere Justierung ermöglichen. Der Uhrmacher nutzt diese, um die Uhr exakt auf die gewünschte Ganggenauigkeit einzustellen.
- Test in verschiedenen Lagen: Nach der Regulierung wird die Uhr in unterschiedlichen Positionen (z. B. liegend, stehend, auf der Krone) getestet, da die Lage die Ganggenauigkeit beeinflussen kann. Ziel ist es, eine möglichst konstante Abweichung in allen Positionen zu erreichen.
Nach der Regulierung wird die Uhr oft über mehrere Tage beobachtet, um sicherzustellen, dass die Anpassungen erfolgreich waren. Dieser Prozess erfordert viel Erfahrung und Fingerspitzengefühl, weshalb er ausschließlich von einem Fachmann durchgeführt werden sollte.
Eine professionelle Regulierung ist besonders bei hochwertigen Uhren sinnvoll, da sie nicht nur die Präzision verbessert, sondern auch den Wert und die Lebensdauer des Zeitmessers erhält. Wenn Ihre Uhr also hartnäckig vorgeht, ist der Gang zum Uhrmacher die beste Lösung.
Besonderheiten von geführten Präzisionsstandards (COSC, METAS)
Automatikuhren, die nach bestimmten Präzisionsstandards zertifiziert sind, wie COSC (Contrôle Officiel Suisse des Chronomètres) oder METAS (Schweizerisches Eidgenössisches Institut für Metrologie), bieten eine außergewöhnliche Ganggenauigkeit. Doch was macht diese Standards so besonders, und warum sind sie ein Qualitätsmerkmal?
COSC-Zertifizierung: Der COSC-Standard ist einer der bekanntesten in der Uhrenwelt. Um diese Zertifizierung zu erhalten, muss das Uhrwerk strenge Tests bestehen, die über mehrere Tage in verschiedenen Positionen und bei unterschiedlichen Temperaturen durchgeführt werden. Eine COSC-zertifizierte Uhr darf eine Gangabweichung von maximal −4 bis +6 Sekunden pro Tag aufweisen. Diese Präzision wird durch sorgfältige Regulierung und hochwertige Materialien erreicht.
METAS-Zertifizierung: Der METAS-Standard geht noch einen Schritt weiter. Neben der Ganggenauigkeit unter realen Bedingungen wird hier auch die Widerstandsfähigkeit gegen Magnetfelder von bis zu 15.000 Gauß getestet. Uhren, die diese Zertifizierung tragen, sind nicht nur extrem präzise, sondern auch besonders robust gegenüber äußeren Einflüssen. METAS-zertifizierte Uhren müssen zudem wasserdicht sein und ihre Präzision auch bei vollem Aufzug und fast leerer Gangreserve beibehalten.
Beide Standards garantieren, dass die Uhr höchsten Qualitätsansprüchen genügt. Uhren mit diesen Zertifikaten sind ideal für Menschen, die Wert auf maximale Präzision legen und gleichzeitig die Ästhetik und Handwerkskunst mechanischer Zeitmesser schätzen.
Ein interessanter Punkt: Während COSC ausschließlich das Uhrwerk testet, prüft METAS die gesamte fertige Uhr. Das bedeutet, dass METAS-zertifizierte Modelle eine noch umfassendere Qualitätskontrolle durchlaufen. Beide Standards sind jedoch ein Beweis für die außergewöhnliche Leistung und Zuverlässigkeit einer Automatikuhr.
Was tun bei anhaltenden Abweichungen?
Wenn Ihre Automatikuhr trotz aller Pflege und Vorsichtsmaßnahmen weiterhin anhaltende Abweichungen zeigt, ist es wichtig, systematisch vorzugehen, um die Ursache zu finden und das Problem zu beheben. Hier sind die Schritte, die Sie unternehmen können:
- Gangabweichung genau beobachten: Notieren Sie über mehrere Tage hinweg, wie stark die Uhr vorgeht und ob die Abweichung konstant bleibt oder schwankt. Diese Informationen sind hilfreich, wenn Sie später einen Uhrmacher konsultieren.
- Magnetisierung ausschließen: Auch wenn Sie bereits Maßnahmen getroffen haben, lohnt es sich, die Uhr erneut auf Magnetisierung zu überprüfen. Ein schneller Test mit einem Entmagnetisierungsgerät kann oft Klarheit schaffen.
- Tragegewohnheiten anpassen: Überlegen Sie, ob Ihre Tragegewohnheiten die Abweichung beeinflussen könnten. Wird die Uhr beispielsweise zu wenig bewegt, könnte die Gangreserve nicht ausreichen, um eine konstante Präzision zu gewährleisten.
- Uhr in verschiedenen Lagen testen: Legen Sie die Uhr nachts in unterschiedlichen Positionen ab (z. B. Krone nach oben, Zifferblatt nach unten) und prüfen Sie, ob sich die Abweichung dadurch verändert. Dies kann Hinweise auf ein Ungleichgewicht im Uhrwerk geben.
- Professionelle Hilfe in Anspruch nehmen: Wenn die Abweichungen weiterhin bestehen, ist der Gang zum Uhrmacher unvermeidlich. Ein Fachmann kann das Uhrwerk genau analysieren, regulieren oder gegebenenfalls eine Revision durchführen, um verschlissene Teile zu ersetzen.
Manchmal liegt die Ursache für anhaltende Abweichungen tiefer, etwa in einem beschädigten Bauteil oder einer unzureichenden Schmierung. In solchen Fällen ist eine professionelle Wartung oder Reparatur die einzige Lösung. Zögern Sie nicht, frühzeitig einen Experten aufzusuchen, um größere Schäden zu vermeiden.
Denken Sie daran: Mechanische Uhren sind empfindliche Präzisionsinstrumente. Mit Geduld und der richtigen Pflege können Sie jedoch sicherstellen, dass Ihre Uhr wieder zuverlässig läuft und Ihnen noch viele Jahre Freude bereitet.
Fazit: Ganggenauigkeit optimieren und Uhrwert erhalten
Die Ganggenauigkeit einer Automatikuhr ist ein faszinierendes Zusammenspiel aus Technik, Pflege und äußeren Einflüssen. Auch wenn kleine Abweichungen unvermeidbar sind, gibt es zahlreiche Möglichkeiten, diese zu minimieren und die Funktion Ihrer Uhr langfristig zu sichern. Der Schlüssel liegt in einer Kombination aus regelmäßiger Wartung, achtsamer Handhabung und dem Verständnis für die Mechanik, die hinter Ihrem Zeitmesser steckt.
Ein gut gepflegtes Uhrwerk läuft nicht nur präziser, sondern trägt auch zum Werterhalt Ihrer Uhr bei. Besonders bei hochwertigen Modellen ist es entscheidend, frühzeitig auf Anzeichen wie starke Abweichungen oder mechanische Auffälligkeiten zu reagieren. So können teure Reparaturen vermieden und die Lebensdauer Ihrer Uhr erheblich verlängert werden.
Abschließend lässt sich sagen: Eine Automatikuhr ist mehr als nur ein Zeitmesser – sie ist ein Stück Handwerkskunst, das mit der richtigen Pflege und Aufmerksamkeit ein Leben lang Freude bereiten kann. Indem Sie sich um ihre Ganggenauigkeit kümmern, bewahren Sie nicht nur ihre Funktionalität, sondern auch ihren ideellen und materiellen Wert.
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FAQ: Ursachen und Lösungen für Gangabweichungen bei Automatikuhren
Warum gehen Automatikuhren manchmal vor?
Automatikuhren können vorgehen, weil äußere Einflüsse wie Magnetfelder, Temperaturschwankungen, Stöße oder Verschleiß das empfindliche Mechaniksystem der Uhr beeinflussen. Auch eingetrocknete Schmierstoffe oder fehlende regelmäßige Wartung können dazu führen, dass die Uhr schneller läuft.
Wie erkenne ich, ob meine Automatikuhr magnetisiert ist?
Ein typisches Anzeichen für eine Magnetisierung ist eine plötzliche und deutliche Gangabweichung, oft im Bereich von Minuten pro Tag. Ein Uhrmacher kann mit einem Entmagnetisierungsgerät überprüfen und beheben, ob die Spirale der Uhr betroffen ist.
Ist es normal, dass eine Automatikuhr minimale Gangabweichungen hat?
Ja, es ist völlig normal. Mechanische Uhren haben von Natur aus eine Toleranz. Eine Abweichung von etwa ±5 bis ±10 Sekunden pro Tag wird als akzeptabel angesehen. Hochwertige Modelle wie COSC-zertifizierte Uhren sind jedoch genauer, mit maximal ±6 Sekunden pro Tag.
Wie kann ich vermeiden, dass meine Automatikuhr vorgeht?
Um Gangabweichungen zu vermeiden, sollten Sie Magnetfelder meiden, extreme Temperaturen vermeiden, regelmäßige Wartungen durchführen und Ihre Uhr vor mechanischen Stößen schützen. Auch regelmäßiges Tragen oder die Nutzung eines Uhrenbewegers hält das Uhrwerk in Bewegung und fördert die Präzision.
Was kann ich tun, wenn meine Automatikuhr zu schnell läuft?
Wenn Ihre Uhr zu schnell läuft, sollten Sie zunächst mögliche Magnetisierung ausschließen und ihre Lage testen. Liegt die Abweichung weiterhin außerhalb der Norm, sollte ein Uhrmacher das Werk regulieren oder eine professionelle Wartung durchführen, um verschlissene Teile zu ersetzen.